Sozial- und gesundheitspolitische Transformationsprozesse haben in den letzten Jahrzehnten zu Veränderungen im deutschen Gesundheitssystem geführt, die auch den Wandel von Karrierewegen, insbesondere von Frauen, einschließen. Im Beitrag analysieren wir, wie insbesondere weibliche Karrieren in der Medizin kollektiv von verschiedenen institutionellen Logiken (Barley 1989) beeinflusst werden. Führungsrollen, bestimmte Berufe und die zu ihrer Ausübung erforderlichen Fähigkeiten werden dabei an Männlichkeit bzw. an das männliche Geschlecht geknüpft. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Medizin (Krell 2008). Andere institutionelle Logiken betreffen den Mangel an medizinischen Fachkräften, die Ökonomisierung bzw. Kommodifizierung sowie die Feminisierung der Medizin. Flankierend hierzu ändern sich auch die Ansprüche an Arbeit. So führen z. B. gestiegene Ansprüche an die Work-Life-Balance zu einer Zunahme der Teilzeitbeschäftigung von Ärzt*innen im Krankenhausbereich, was einerseits die Realisierung veränderter Arbeitsanforderungen ermöglicht, andererseits aber Auswirkungen auf die beruflichen Karrieren hat. Unser Datenmaterial umfasst zwei qualitative Studien mit Ärzt*innen in deutschen Krankenhäusern. Die beiden Studien wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchgeführt, um nicht nur die Veränderungen in den Karriereverläufen von Frauen zu analysieren, sondern auch die Auswirkungen der oben erwähnten Transformation der beruflichen Laufbahnen.