Wie ist das heutige Ruhrgebiet entstanden? Der erste Band der Buchreihe Geschichte des Ruhrgebiets zeichnet die Entstehungsgeschichte der Region von der Frühen Neuzeit bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 nach. Die Herausgeber*innen Nicolai Hannig und Ute Schneider und Historikerin Anne Friedrichs beleuchten bei der Veranstaltung unter anderem, wie die Lebenswelten der damaligen Bevölkerung aussahen, und welche sozialen und politischen Konflikte es gab.
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Photo: © Annette Koroll; Cover: © Rowohlt Verlag
Wie ist das Ruhrgebiet in seiner heutigen Gestalt entstanden? Der erste Band der Buchreihe Geschichte des Ruhrgebiets zeichnet die Entstehungsgeschichte der Region von der Frühen Neuzeit bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 nach. Auf Flächen, die zuvor dünn besiedelt und von Landwirtschaft geprägt waren, entstand innerhalb weniger Jahrzehnte ein industrieller Ballungsraum – der Rheinisch-Westfälische Industriebezirk. Der rasante Ausbau der Kohle- und Stahlindustrie ging einher mit starker Zuwanderung von Arbeitskräften, vor allem in die Städte.
Wie hat die Bevölkerung damals gelebt, welche Erfahrungen prägten sie? Wie veränderten sich Lebensräume im Ruhrgebiet? Bei der Veranstaltung am College for Social Sciences and Humanities bringt Hubert Spiegel (F.A.Z.) die Herausgeber*innen des Buchs, Nicolai Hannig und Ute Schneider, mit der Historikerin Anne Friedrichs ins Gespräch. Auch anhand von bildlichen Quellen beleuchten sie, wie Arbeit, Freizeit und Mobilität im Ruhrgebiet vor 1914 aussahen und besprechen, welche Rolle Kultur und Religion spielten. Wir erfahren, welche sozialen und politischen Konflikte im Zuge des Wandels der Region und der Bevölkerungszunahme aufkamen – und auch, wie sich die Industrialisierung auf die Umwelt auswirkte.
Weiterführende Links:
Anne Friedrichs vertritt derzeit die Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte.
Nicolai Hannig ist Professor für Neuere Geschichte am Institut für Geschichte der Technischen Universität Darmstadt und Mitherausgeber des Buchs.
Ute Schneider ist Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Duisburg-Essen und Mitherausgeberin des Buchs.
Hubert Spiegel ist als Kulturkorrespondent des Feuilletons für Nordrhein-Westfalen für die Frankfurter Allgemeinen Zeitung tätig.